Schon seit meiner Kindheit war klar, dass ich etwas mit Tieren machen werde. Bereits Zeichnungen in frühester Kindheit fingen meine spätere Zukunft gut ein. Meine Eltern erlaubten mir und meiner Schwester die Haltung von veschiedenen Kleintieren wie Kaninchen, Meerschweinchen, Fischen, Reptilien, Vögeln und Katzen. Ich konnte bereits mit 5 Jahren lesen und interessierte mich sofort für Literatur über die Tiere, die mit mir lebten. So wurde ich zu einem Fachliteratur - Junkie , der ich bis heute geblieben bin.
Mir war die artgerechte Haltung meiner Tiere von Anbeginn wichtig, was sich bis heute in der Pferdehaltung erhalten hat.
Mit dem Reiten begann ich 1981 und es war fürchterlich. Damals ritt in Reitschulen wie der Uni-Reitschule München, die Pferde wurden damals in Ständern ohne jeden Auslauf gehalten. Ständige Stürze von durchgehenden und bockenden Pferden waren an der Tagesordung, warum ich die vielen Stürze unbeschadet überstand weiß ich bis heute nicht. Warum ich mit dem Reiten nicht direkt wieder aufhörte auch nicht.
Ich durfte dann auf der dänischen Insel Fanö reiten und dort erlebte ich das erste Mal, was artgerechte Haltung von Pferden bedeutet. Diese Pferde waren außer wenn sie unter dem Sattel liefen immer auf sehr weitläufigen Weiden direkt am Meer. Dementsprechend entspannt waren sie auch.
Ich hatte gleichzeitig auch eine sehr große Affinität zu Hunden. Ich begann mit 8 Jahren Hunde in der Nachbarschaft auszuführen, was sich dann bis zu meinem 14. Lebensjahr auf eine Gruppe von 8 großen Hunden steigerte, die ich bis zu meinem Wegzug aus München 1991 täglich im Englischen Garten begleitete. Ich verdiente damit und mit Hausaufgabenbetreuung in der meiner Schule das Geld, um mehrere Male in den Sommerferien nach Australien zu fliegen. Dort arbeitete ich auf einer Schaffarm und auf einem Arabergestüt. So konnte ich immer mehr Erfahrungen sammeln, viele Weiterbildungen und die oben genannte Fachliteratur taten ihr Übriges.
1 Jahr vor dem Abitur durfte ich dann endlich einen Hund zu mir holen, das war Maracuja, eine Mischung aus Altdeutschem Hütehund und Airedale-Terrier, deren Mutter und Wurfgeschwister ich in dem Reitstall betreute, in dem ich dann mein erstes Pferd fand.
Lashouk, eine Leutstettner - Stute, damals ca 14 Jahre alt. Sie sollte ursprünglich zum Schlachter, wurde aus sehr schlechter Haltung geholt. Ich ertrotzte sie mir dann geradezu und Lashouk wurde zu meiner ersten großen Prüfung. Sie warf mich bestimmt 30 oder 40 mal ab. In allen Variationen. Teilweise schlotterten meine Knie, wenn ich ihre Box betrat. Deswegen kann ich heute noch ängstliche Reiter sehr gut verstehen und mich in sie reinversetzen. Dass ich mal hauptberuflich mit Pferden arbeiten würde - damals hätte ich wohl jedem einen Vogel gezeigt.
Schnell sorgte ich für eine Offenstallhaltung meiner Stute, damals kein einfaches Unterfangen. Und bildete mich weiter und weiter, bis ich die Probleme mit ihr in den Griff bekam. Sie wurde später mein bestes Lehrpferd und sie brachte vielen Kindern das Reiten bei und holte sich etliche Schleifen mit ihnen auf Trail - und Pleasure-Turnieren und absolvierte etliche Wanderritte. Mit 28 bestritt sie ihr letztes Turnier und wurde vom Richter für 5 Jahre gehalten. Mit 29 lief sie den letzten Wanderritt. Leider wurde sie dann von einem Schmied, der meinen erkrankten Schmied ersetzen sollte derart falsch hingestellt, dass sie nicht mehr reitbar wurde. Sie starb dann mit ca 38 Jahren an einem Tumor. Meine Affinität für alte Pferde ist bis heute geblieben, mein aktuell Ältester ist ein 27 Jahre alter QH-Wallach, der voll reitbar ist und top da steht. Auch Hengste wurden schnell zu meinen Favoutiten und ich bot ihnen fast 20 Jahre hier ein Zuhause. Daneben war ich sehr aktiv im Tierschutz und kaufte ca 30 Pferde aus teilweise furchtbaren Verhältnissen heraus, die ich aufpäppelte und für sie gute Plätze fand.
Den Hof in Schlott fand ich 1998, entrümpelte mehrere Container und baute den Bauernhof zu einer kleinen Reitanlage um. Dort bin ich nach einer Pause auch heute wieder, 10 Jahre sind schon wieder verflogen.
Hier kann ich allen Tieren eine artgerechte Haltung ermöglichen. Damals lebten noch Schweine, Hühner, Ziegen, Rinder, Tauben mit auf dem Hof. Heute sind es noch meine 4 Pferde, 2 Esel und 2 Einsteller. Dazu 3 Hunde, 2 Katzen, 2 Kaninchen.
Meine Ausbildungen kann man meinem Lebenslauf entnehmen, mein Betrieb wird nun nach 20 Jahren Pension, Reitunterricht und Beritt in erster Linie wieder ein Ort für Kurse und Seminare und die Hufbearbeitung als Huftechnikerin. Die Pension und den Beritt habe ich beendet, um mich voll und ganz auf die Hufbearbeitung konzentrieren zu können.
Der neue Kursplan für 2025 geht ab dem neuen Jahr online - vielleicht sieht man sich ja dann - ich freue mich!